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Dolly Hüther

Was Sie immer schon über Dolly Hüther wissen wollten.

 

 

 

 

 

Es ist eine tolle Schule geworden

Von SZ-Mitarbeiterin Patricia Müller

(Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 11.10.2012)

Dolly Hüther - Lesung
Foto: Iris Maurer

Malstatt. Und das soll eine "Schulversagerin" sein? So nennt sich Dolly Hüther (80) selbst, wenn sie freimütig auf ihre Jahre an der damaligen Mädchenmittelschule zurückblickt. "In meinem ganzen Leben habe ich gern geschrieben" erzählt sie. "In Deutsch hatte ich aber immer nur eine Fünf", sagte sie lachend. Und ihre Gastgeber von der heutigen Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Ludwigspark schätzen Hüthers sprachliche Fähigkeiten durchaus. Sie luden die Schriftstellerin ein, aus ihrem jüngsten Buch "Der fadenreiche Kokon" vorzulesen. Anlass war die 100-Jahr-Feier der Schule.

 

 

Die nimmt für sich in Anspruch, starke Persönlichkeiten wie Hüther hervorzubringen. Die wurde nach ihrem Abschluss Zahnarzthelferin, dann Ehefrau, Hausfrau, Mutter zweier Söhne. Stets setzte sie sich mit Politik auseinander, engagierte sich für die SPD und die Frauenbewegung. Sie steuerte in jedem Lebensabschnitt neue Ziele an. Erstes Buch mit 65 Jahren. Kurzgeschichten, Gedichte und zwei Bücher veröffentlichte sie seither. Erste Uni-Erfahrungen in vielen Fachrichtungen machte Hüther noch im Seniorenalter.

Die Schulzeit in den Vierzigern hat sie sichtlich geprägt. Damals ging es noch ganz anders zu. Hüther erinnert sich an getrennte Schulhöfe für katholische und evangelische Kinder. Es gab keine Heizung, keine Bilder im Flur, Reden auf den Gängen war verboten, zur Strafe gab es Schläge auf die Hände. Das ist vorbei. Wie so vieles andere nach 100 Jahren, mehreren Umzügen und großen Veränderungen in der saarländischen Bildungslandschaft bis zur heutigen Gemeinschaftsschule Ludwigspark.

Der Gastrednerin hat jedenfalls gefallen, was die Nachfahren ihrer Lehrer an der Jubilarschule machen. "Im Vergleich zu dem, was wir damals hatten, ist es fantastisch, was den Kindern hier alles geboten wird. Ich will, dass diese Schule auf dem Rodenhof noch mehr in die Herzen, in die Köpfe, in die Bäuche der Menschen kommt. Es ist einfach eine tolle Schule geworden", betont Dolly Hüther, "ich bin begeistert, wie schön sie umgebaut wurde."

In der Tat hat sich vor allem in den vergangenen fünf Jahren dort sehr viel verändert. Sie sieht ganz anders aus und bietet viel mehr Unterrichtsmöglichkeiten. Darauf ist Schulleiter Stefan Dörr mächtig stolz. Er schwärmt von "modernsten Medien und Funktionsräumen sowohl in den Naturwissenschaften als auch in den Künsten." Die Ausstattung der Schule habe sich also massiv verbessert, sagt Dörr.

Das will der Schul-Chef feiern. Mit Schülern, Kollegen, Eltern und Ehemaligen wie Dolly Hüther. Und zwar am Samstag, 13. Oktober, 10 bis 16 Uhr, auf dem Gelände in der Ziegelstraße. Auch wer dort nicht zur Schule ging, darf mitfeiern. Motto: "100 Jahre Schule - gestern, heute, morgen".

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