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Dolly Hüther

Was Sie immer schon über Dolly Hüther wissen wollten.

 

 

 

 

 

"Geschrieben habe ich eigentlich immer"

Saarbrücken. Für Dolly Hüther sind diese Tage sehr aufregend. Zuerst wird sie diese Woche in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin ihr Buch "Der fadenreiche Kokon" vorstellen und dann feiert sie heute ihren 80. Geburtstag. "Das ist schon sehr spannend" gesteht sie, aber ihre wachen, blauen Augen strahlen und zeigen die Vorfreude auf die kommenden Tage
(Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 24.05.2012)

 

Dolly Hüther bei ihrer Buchpräsentation im Rathausfestsaaö
Dolly Hüther liest aus "Der fadenreiche Kokon"Foto: Iris Maurer

Dolly, eigentlich Isolde, Hüther ist als Schriftstellerin eine Spätberufene. Erst mit 65 Jahren fängt sie an zu publizieren, nachdem sie sich an der Universität des Saarlandes als Senior-Studentin eingeschrieben hatte. 1932 wurde sie in Ottenhausen geboren, lernte den Beruf der zahnärztlichen Helferin, war jahrelang Mutter und Hausfrau. "Aber geschrieben habe ich eigentlich immer", erzählt sie, und berichtet von Tagebüchern, die die Zeiten nicht überstanden haben. "Aber ich habe noch ein ganz vergilbtes Schulheft von 1946, erinnert sie sich. In einem Alter, in dem andere Ruhe und Entspannung suchen, startet Dolly Hüther dann durch. Neben Vorlesungen in Soziologie, Erziehungswissenschaften und Vergleichenden Literaturwissenschaften beginnt sie selbst zu schreiben. Bis heute kommt sie auf 15 Anthologien und zwei eigene Bücher, die veröffentlicht wurden. 75 Lesungen hat sie seither gehalten, allein im letzten Jahr hat sie an elf Abenden aus ihren Büchern vorgetragen. Und nun wird sie in Berlin, in der Vertretung des Saarlandes beim Bund, aus ihrem Werk "Der fadenreiche Kokon" vorlesen.
Dass es eine große Ehre ist, wenn man dort sein Werk präsentieren darf, war ihr anfangs gar nicht bewusst. "Das wurde mir erst klar, als ich vom Saarländischen Rundfunk eingeladen wurde, mein Hörbuch zum Buch vorzustellen" gesteht sie. Das Buch handelt von einem sensiblen Thema, von der Liebe im Alter. Aber ebenso lebhaft und dynamisch wie die Schriftstellerin selbst ist, gestaltet sie auch dieses Buch, indem sie Geschichten von früher und Gedichte in die eigentliche Geschichte einwebt. Dabei gibt Dolly Hüther zu, dass sie beim Schreiben auch schon mal "klaut". "Ich lasse gerne Ereignisse einfließen, die ich beispielsweise im Fernsehen gesehen habe", gesteht sie. Und so muss sich der Leser selbst seinen Reim darauf machen, wie viel Wahrheit und wie viel Fiktion in den humorvollen Geschichten der heute 80-jährigen lebhaften, jung gebliebenen und auch politisch engagierten Schriftstellerin enthalten ist. nba


"Der fadenreiche Kokon, eine fiktive Erzählung" von Dolly Hüther, rotation/tredition Verlag, Berlin, Mai 2011.

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